Kreuzfahrt Geschichte

So fing einmal alles an…

Am 22. Januar 1891 begann die Geschichte der Kreuzfahrt. 174 gut betuchte Passagiere gingen in Cuxhaven an Bord der „Augusta Victoria“. Der Preis für diese Fahrt überstieg mit bis zu 2400 Goldmark das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeiterhaushalts um das Dreifache. Jedoch wurden diese handverlesenen Passagiere Zeugen eines historischen Ereignisses: der ersten Kreuzfahrt der Welt. Beim Auslaufen war sogar Kaiser Wilhelm II. anwesend.

Der Zweck von Schiffen war bis zu diesem denkwürdigen Tag im Januar 1891 klar definiert. Passagiere und Fracht sollten möglichst schnell vom Hafen X zum Hafen Y gebracht werden. So war das auch bei der „Augusta Victoria“ von Hapag, die normalerweise auf der Route von Hamburg nach New York fuhr. Doch in den Wintermonaten wagte sich kaum jemand auf die stürmische Reise. So hatte der Reeder Albert Ballin eine Idee: Warum nicht mit dem Schiff im Winter in wärmere Gewässer fahren – nur so zum Vergnügen?

„Mit dieser Idee stand er damals ganz alleine da“, erzählt Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und damit so etwas wie der Nachfolger von Ballin. „Zur See fuhr man damals einfach nicht freiwillig.“ Als 57-tägige „Exkursion“ war die Fahrt mit der „Augusta Victoria“ ausgeschrieben. Von „Kreuzfahrt“ sprach damals noch niemand, „Lustreise“ oder „Vergnügungsreise zur See“ waren neben „Exkursion“ die gängigen Bezeichnungen. Von Cuxhaven ging es unter anderem nach Alexandria, Beirut und Konstantinopel.

Berichten zufolge, waren die ersten Tage an Bord nicht sehr angenehm: In Cuxhaven gab es schon beim Auslaufen Probleme, das Meer war rau. Der Maler Christian Wilhelm Allers, der ein kleines Büchlein über die Reise schrieb, notierte: „Faulenzen auf See ist doch riesig angenehm, nur wird man dabei leichter seekrank.“ An den ersten Abenden war der Speisesaal wohl ziemlich leer. Als Entschädigung ließ Ballin, der persönlich an Bord war, zum Frühstück Austern servieren. Doch bald wurde es besser – und die Reise zu einem vollen Erfolg mit einigen Abenteuern: So wären vier Passagiere im Libanon beinahe bei einem Schneesturm ums Leben gekommen. Ballin ließ sie mit Maultieren retten.
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Quelle: Hapag Loyd

Wer 125 Jahre nach dem Auslaufen der „Augusta Victoria“ auf ein modernes Kreuzfahrtschiff geht, bekommt meist ein anderes Programm zu sehen. Statt 174 Passagieren finden auf dem größten Ozeanriesen wie der „Harmony of the Seas“, welche 2016 in Dienst gestellt wird, weit mehr als 6000 Menschen Platz. Wasserrutschen über zehn Decks, Fallschirmspringen, Wellenreiten, Kletterwand, Autoscooter, Schlittschuhbahn: All das gibt es auf den Kreuzfahrtschiffen von heute. Und für eine Kreuzfahrt muss niemand mehr ein Vielfaches seines Jahreseinkommens ausgeben.

Nach dem Erfolg der „Augusta-Victoria“-Fahrt stellte Hapag 1900 das erste reine Kreuzfahrtschiff der Welt in Dienst: die „Prinzessin Victoria Luise“. Selbst die Nationalsozialisten waren von der Kreuzfahrt angetan. Auf den sogenannten Kraft-durch-Freude-Reisen durften verdiente Bürger an Bord.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst einmal keine Kreuzfahrten mehr. Die Schiffe wurden für den Materialtransport benötigt. Erst Ende der 1950er Jahre fand auf der „Ariadne“ wieder eine Kreuzfahrt statt. Selbst in der DDR waren Kuba-Fahrten mit der MS „Völkerfreundschaft“ sehr beliebt. Und sicher auch nicht für Jeden zugänglich! Doch im Grunde blieb lange Zeit vieles den alten Traditionen treu. Heute, rund 125 Jahre nach den Anfängen der Kreuzfahrtreisen haben Sie die Wahl zwischen der klassischen und super modernen Kreuzfahrt, sowie vielen Schattierungen dazwischen!

Na dann wünsche ich eine Gute See Reise!