MSC: Reisepreis künftig ohne „Zwangstrinkgeld“

Vom 1. April an streicht MSC Kreuzfahrten bei der Preisausschreibung den Hinweis auf das „zuzügliche“ Service-Entgelt. Stattdessen werde nur noch der Kreuzfahrtpreis angegeben und auf die Freiwilligkeit der Trinkgeldvergabe hingewiesen, kündigt MSC-Manager Michael Zengerle an.

Grund für die Änderung ist unter anderem ein Rechtsstreit mit dem Verband Sozialer Wettbewerb (VSW). Der erachtet den Hinweis „im Kleingedruckten“ auf ein zuzügliches Trinkgeld zum beworbenen Reisepreis als „wettbewerbsrechtlich unzulässig“ und als einen Verstoß gegen die Pflicht zur Endpreisangabe, weil das Trinkgeld obligatorisch von jedem Kunden zu zahlen sei.

Entgegen der Meinung des Klägers sei das Trinkgeld nicht „obligatorisch“ und keineswegs in den Endpreis einzubeziehen, meint MSC. Das Service-Entgelt werde vielmehr als freiwilliges Trinkgeld für die Crew an Bord erfasst und könne von jedem Passagier auf Wunsch auch reduziert oder storniert werden, so die Reederei. Bei allen Preisausschreibungen werde gezielt auf diese Trinkgeldpraxis an Bord in üblicher und rechtlich einwandfreier Form hingewiesen.

Ein Urteil des Oberlandesgerichts München erwartet Zengerle für Mai. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, werde künftig die Bordkarte mit dem Trinkgeld-Tagessatz belastet, Kunden könnten diesen aber wie gehabt während der Kreuzfahrt kürzen oder auch stornieren, betont Zengerle.