Mit AIDAluna Island, Spitzbergen Und Norwegen Erleben Teil 3

Liebe(r) Leser(in),

zwischen Kirkwall und Reykjavik liegen 747 Seemeilen,  rund 1383 Kilometer. Das bedeutet wiederum wir können einen Seetag an Bord von AIDAluna genießen. Praktisch könnten wir ausschlafen, gemütlich Speisen, im besten Fall etwas Sport treiben, dem Lektor gespannt zuhören oder eine andere Veranstaltung besuchen, vielleicht auch gar nichts tun. Ich persönlich schau auch sehr gern einfach mal aufs Meer.

Am fünften Tag unserer Reise erreichen wir pünktlich 10.00 Uhr Reykjavik/Island.  Neben uns grüßt ein ehrwürdiges Kreuzfahrtschiff, die MS ASTOR. Natürlich sind wir alle sehr gespannt auf die Insel aus Feuer und Eis. Deshalb haben wir auch diverse Ausflüge gebucht um möglichst nichts auf Island zu verpassen.

Zügig geht es von Bord und unser Bus ist eine Mischung aus LKW mit Busaufbau. Wir erfahren dann auch bald den Grund. Auf Island gibt es zum Teil sogenannte Sommerstrassen (im Winter nicht zu befahren), diese werden wir benutzen, deshalb muss unser Bus etwas geländetauglich sein. Zuerst besuchen wir den Þingvellir Nationalpark. Dieser Ort hat für die Isländer eine sehr besondere Bedeutung. Auf dem Thingplatz in der Nähe der Schlucht Almannagjá, wurde hier bereits um 930 das jährlich stattfindende Althing abgehalten. Zwei Wochen im Juni dauerte diese Versammlung. Es wurden Gesetze erlassen und Gericht gehalten. Unter anderem wurde im Jahr 1000 die Annahme des Christentums beschlossen und auch am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen.

Auch befindet sich im Þingvellir Nationalpark eine spektakuläre geologische Besonderheit. Þingvellir liegt in mitten einer Grabenbruchzone. Das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen tektonischen Platten wird hier durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Diese können sie tatsächlich an manchen Stellen so berühren, dass sie quasi zwischen den Kontinenten stehen.

Weiter geht es teilweise über die schon erwähnten Sommerstrassen zum Gletzscher Langjökull. Mit einer Ausdehnung von rund 900 km² ist der Langjökull der zweitgrößte Gletscher Islands. Die Eisdicke beträgt bis zu 580 Metern. Alle Daten sind natürlich relativ zu betrachten, sie verändern sich. Interessant ist die Tatsache, das unter dem Gletscher mindestens zwei aktive Vulkansysteme vorhanden sind. Wir sind mit unserem LKWBus am Langjökull angekommen, wobei wir auf den besseren Feldwegen ganz ordentlich durchgeschüttelt wurden. Jetzt geht es in einem speziellen Gletscher Fahrzeuge direkt hinauf in ein Meer aus Eis und Schnee. Einsteigen, anschnallen, Luftdruck in den Reifen absenken und los geht es in einem Ungetüm anscheinend russischer Bauart. Der Schnee ist sehr silzig und selbst dieses Monsterfahrzeug hat Probleme auf den Gletscher zu fahren. Irgendwann können wir den Langjökull Gletscher betreten. Wir haben sogar Glück, denn für einen Moment darf die Sonne durch die Wolken scheinen. Ist ja schließlich auch Sommer! Wenn die Sicht es zuläßt hat man vom Gletscher einen wunderbaren Panoramablick. Auf jeden Fall darf man die Sonnenbrille nicht vergessen, selbst ohne Sonne blendet es sonst zu sehr. Wer es möglich machen kann sollte beim Besuch des Gletschers auch das Innere erleben: Ice Cave Tours in Langjökull / https://intotheglacier.is

Für uns geht es aber leider erst mal zurück ins Tal wo wir in einer geheizten Hütte unser Lunchpaket plündern.

Unsere Tour geht weiter über Stock und Stein, später natürlich auch wieder auf gut ausgebauten Strassen. Ein weiterer Stopp ist der Barnafoss (Wasserfall). Ganz in der Nähe von Húsafell stürzt der Fluss Hvítá über mehrere Stufen in eine Schlucht. Die Hvítá muss sich hier durch einige sehr enge Stellen im Lavafeld zwängen. Gespeist wird der Fluss natürlich vom  Gletscher Langjökull.

Barnafoss

In Island sind die Gegensätze schon extrem. Gerade waren wir ja noch im ewigen Eis und schon wenige Kilometer weiter wird es so richtig heiß! Die Deildartunguhver sind heiße Quellen und man sollte schon aufpassen! Überhaupt ist mir in Island ganz allgemein aufgefallen das es nur wenige Absperrungen gibt. In Deutschland undenkbar.

Deildartunguhver

Bevor wir wieder Reykjavik und unser Schiff AIDAluna erreichen stoppt unser Bus noch ganz kurz bei echten Isländern.

Island Pferde

Interessant ist das Island Pferde ohne Fremdbluteinkreuzung gezüchtet werden, die Abstammung muss lückenlos bis nach Island zurückzuverfolgen sein. In Island ist die Einfuhr von Pferden zur Vermeidung von Krankheiten verboten. Daher können Pferde, die in Island geboren wurden und einmal die Insel verlassen haben, nicht wieder nach Island eingeführt werden. Eine weitere Besonderheit dieser Isländer ist die vierte Gangart. Neben Schritt, Trab und Galopp können sie Tölt, auch Pass genannt.

Aber nun geht es wirklich zurück zum Schiff, AIDAluna möchte pünktlich 20.00 Uhr auslaufen. Wir freuen uns schon auf Isafjördur!

Am nächsten Morgen erreichen wir das beschauliche Städtchen Isafjördur. Rund 2600 Menschen leben hier auf einer kleinen Halbinsel im Fjord. Interessant ist, das der Bereich des Hafens durch weitere Aufschüttungen systematisch ausgebaut wird. Ansonsten leben hier die meisten vom Fischfang, direkt und indirekt.

AIDAluna in Isafjördur/Island

Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang durch den Ort. Auffallend die oft kleinen Häuser aus Holz, Stein und Blech. Als Dacheindeckung wird gern Wellblech in unterschiedlicher Qualität verwendet. Uns fällt auf, das scheinbar nicht alle Isländer wohlhabend sind.

Am Nachmittag besuchen wir per Boot die Vogelinsel Figur. Die Insel ist nur ca. 2 km lang und 400 m breit. Eine einzige Wirtschaft gibt es auf Figur, welche von einer einzigen Familie seit mehr als 180 Jahren bewirtschaftet wird. Neben ein paar Schafen, der Bewirtschaftung des Hofes auch für Besucher beschäftigen sich die Besitzer mit den Eiderenten. Die besonders wertvollen Daunen werden erst nach der Brut und auch nur zum Teil aus den Nestern entnommen. Die Ausbeute ist gering, die Weiterverarbeitung aufwendig, aber es scheint sich zu lohnen. Weiterhin nisten auf der Insel die besonders angriffslustigen Küstenseeschwalben, Papageitaucher und Gryllteiste.

Vogelinsel Figur

Auf Figur gibt es eine kleine Windmühle aus dem Jahr 1840, welche bis 1917 in Betrieb war. Heute ist sie die einzig erhaltene Windmühle auf ganz Island. Mein Fazit. Der Besuch der Vogelinsel Figur lohnt sich auf alle Fälle.

AIDAluna in Isafjördur/Island

Zurück an Bord von AIDAluna  war am Abend etwas Besonderes geplant. Die AIDA Flotte bekam Zuwachs. Das jüngste Flottenmitglied, AIDAperla, wurde in Palma de Mallorca von Lena Gercke getauft. Ups! Sollte getauft werden. Per Videostream waren wir natürlich an Bord live dabei. Die Megasektflasche wurde ausgelöst, schlug an die Schiffswand……und blieb so wie sie war, ging nicht zu bruch! Es war in Palma de Mallorca und auch bei uns an Bord totenstill. In dieser Situation herrschte doch etwas Ratlosigkeit, es hatte niemand damit gerechnet.

Später wurde das Zeremoniell wiederholt, mit glücklichem Ausgang. Auf AIDAluna gab es Sekt und die Küche hatte eine riesige AIDAperla Torte kreiert. Sah lecker aus!

Inzwischen haben wir Kurs auf unsere letzte Station in Island genommen. Am frühen Morgen des kommenden Tages erreichen wir Akureyri. Wir haben einen größeren Busausflug gebucht um noch einige Naturwunder Islands zu erleben. Erster Halt ist am Godafoss, dem Wasserfall der Götter. Er hat seinen Namen von einer isländischen Sage. Demnach beschloss ein Häuptling, dass das Christentum zur Staatsreligion seines Volkes werden solle und entsorgte die alten Götterstatuen als Zeichen ihrer Machtlosigkeit im Wasserfall Godafoss.

Godafoss/ Island

Weiter geht unsere Tour zu den Pseudokratern im Gebiet Myvatn. Sie entstehen wenn heiße Lava über ein Feuchtgebiet strömt, zum Beispiel Sümpfe oder Seen, so verdampft das Wasser schlagartig. Der Dampf durchbricht die Lavadecke in einer Explosion. Dabei wird Lava und teilweise auch das Untergrundmaterial fragmentiert und um einen Krater aufgeworfen. Dieses Phänomen findet man nur auf Island sowie auf dem Mars.

Pseudokrater Island im Gebiet Myvatn

Ein weiterer interessanter Halt auf unserer Rundfahrt ist das Labyrinth von Dimmubogir. Hier türmen sich gewaltige Lavamassen zu sehr interessanten Formen und Formationen auf. Zu Fuß kann man hier die bizarre Schönheit hautnah erleben.

Lavalabyrinth Dimmubogir


Der letzte Stop des heutigen Tages führt uns direkt in die Küche des Teufels. Es stinkt gewaltig nach Schwefel, aber eigentlich ist es Schwefelwasserstoff und der Geruch ist eigentlich der nach faulen Eiern. Diese Dämpfe strömen direkt aus den Solateren, siehe Bild oben. Im Thermalgebiet von Namaskaro gibt es ebenfalls imposante Schlammpfuhle, welche natürlich ebenfalls zur Teufelsküche gehören. Überall brodelt, raucht und stinkt es. Ein Schauspiel welches man sich trotz des intensiven Geruchs nicht entgehen lassen sollte.

Dann geht es mit dem Bus zurück zu Schiff. Was uns während der Ausflüge in Island aufgefallen ist, das sind die Alaska Lupinen. Diese wurden als Gegenmaßnahme zur Bodenerosion im 20. Jahrhundert eingeführt. Wie man heute sehen kann, Ziel schon ganz gut erreicht, weite Flächen sind mit der Alaska Lupine bewachsen.

Alaska Lupinen auf Island

Mein kurzes Fazit zu Island. Eine tolle Region unserer Erde, für alle Liebhaber der Natur unbedingt zu empfehlen.

Alle Mann an Bord, um 17.00 Uhr verlassen wir Akureyri/Island und AIDAluna nimmt Kurs auf Spitzbergen. Beim Auslaufen wird es noch spannend, denn wir können Wale beobachten. Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend wird die Überquerung des Nördlichen Polarkreises sein.

Ein weiterer Teil meines Berichtes folgt in Kürze, hier die Links was wir bisher erlebt haben:

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 1

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 2

 

P.S. Sollten Sie Ihre Reisen sowieso im Internet buchen, dann dürfen Sie sehr gern die Links auf meiner Seite nutzen. Fragen beantworte ich gern. Herzlichen Dank.

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 2

Liebe(r) Leser(in),

nach einem erholsamen Seetag manövriert sich nun unsere AIDAluna durch das Seegebiet der Orkney Inseln. Kurs Kirkwall. Am frühen Morgen überholen wir schon mal unser Schwesternschiff AIDAvita. Die Vita wird auch an diesem Tag Kirkwall ansteuern, allerdings läßt sie uns den Liegeplatz am Kai. Die Gäste von AIDAvita werden tendern, was auch ein schönes Erlebnis ist – meine persönliche Meinung.

AIDAvita vor Kirkwall/Orkney Inseln

Kirkwall ist der größte Ort im Gebiet der Orkney Inseln. Der Ort präsentiert sich als kleine Stadt. Absolut sehenswert ist die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und die mittelalterlichen Palastruinen. Ansonsten findet man auf den Orkneys diverse Steinkreise und Hügelgräber aus der Jungsteinzeit. Viele weitere Jahrtausende alte Anlagen gehören zum UNESCO Weltkulturerbe Heart of Neolithic Orkney.

Kathedrale in Kirkwall

Wir haben uns Kirkwall auf eigene Faust angesehen, was kein Problem ist.  Die Stadt hat für die Passagiere der AIDAluna  kostenlose Shuttlebusse bereitgestellt. Die Gäste der AIDAvita wurden mit den Tenderbooten = Rettungsboote direkt zum Anleger des Ortes gebracht. Insgesamt war Kirkwall eine erste nette Destination auf unserem Weg nach Island. Bereits um 15.30 Uhr hieß es wieder einmal ALLE MANN AN BORD!

Auf Wiedersehen, Kirkwall.

Pünktlich um 16.00 Uhr verlassen wir mit AIDAluna Kirkwall, grüßen ein letztes Mal unser Schwesternschiff AIDAvita und nehmen Kurs auf Reykjavik. 747 Seemeilen, das entspricht 1383 Kilometern – trennen uns noch von Island. Diese Distanz macht einen weiteren Seetag nötig.

Ich persönlich mag ja Seetage ganz gern. Endlich etwas Zeit für sich. An Bord gibt es zu jeder Zeit etwas zu erleben. Vorträge, Unterhaltungsshows, Workshops, Wellness, Fitness, Sport, Spiel, Spaß…. Ach ja, fast hätte ich vergessen es zu erwähnen: Sie können ja fast rund um die Uhr ESSEN! Ja und da möchte man ja keine Leckerei auslassen, deshalb auf jeden Fall die Sportsachen zu Hause nicht vergessen! Und vielleicht noch ein Tipp um nicht zu viele zusätzliche Speckröllchen an zusetzten: Meiden Sie die Aufzüge und bewältigen Sie alle Treppenstufen aus eigener Kraft. Das hilft sehr!

Der nächste Teil unser Reise folgt in Kürze – Island wir kommen!

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 1

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen Und Norwegen Erleben Teil 3

P.S. Sollten Sie Ihre Reisen sowieso im Internet buchen, dann dürfen Sie sehr gern die Links auf meiner Seite nutzen. Fragen beantworte ich gern. Herzlichen Dank.

Marek Decker