Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 4

Liebe(r) Leser(in),

wir haben Akureyri/Island verlassen. Kurs Longyearbyen/Spitzbergen. Bis dahin sind es 973 Seemeilen, rund 1800 Kilometer! Aber erst mal erwartet uns am Abend noch ein echter Höhepunkt. Wir überqueren den nördlichen Polarkreis! Auf dem Pooldeck gibt es an Bord von AIDAluna die zünftige Polarkreistaufe. Natürlich mit Schnaps, passend zu den kühler werdenden Temperaturen serviert der Küchenchef mit seinem Team Eistorte und alle wagen gemeinsam den obligatorischen Sprung über den Polarkreis. Jetzt gehören wir ebenfalls zum auserwählten Kreis der Polarfahrer!

Der nächste Tag ist unser dritter Seetag und ich habe ja schon in den anderen Beiträgen erwähnt was man da so alles machen kann, außer ESSEN. Es gibt auch noch einen Höhepunkt, denn wir fahren dicht an der Passage Jan Mayen vorbei. Die Insel trug zunächst verschiedene Namen, ab 1620 setzte sich die Bezeichnung Jan Mayen nach dem niederländischen Walfangkapitän Jan Jacobs May van Schellinkhout durch. Einige Jahrzehnte wurde die Insel vorallem von niederländischen Walfängern angesteuert, später gelegentlich von Robbenjägern. Es wurden immer wieder einmal Wetter- und Funkstationen betrieben. Während des zweiten Weltkrieges errichteten die Amerikaner ihre Radio- und Peilstation Atlantic City. Nach Kriegsende wurde diese durch Norwegen weiter genutzt. 1960 wurde eine unbefestigte Start- und Landebahn angelegt. Im Anschluß baute man eine neue bemannte Wetterstation. Diese Besatzung der Station, 18 Menschen,  sind auch heute noch die einzigen Bewohner der Insel Jan Mayen (sie werden alle 6 Monate ausgetauscht).

Wir können Jan Mayen sehen, jedoch befindet sich die Insel in einem Nebel und Wolken Gemisch. Ab und zu ist der mit Schnee und Eis bedeckte Beerenberg zu sehen. Dieser erreicht immerhin fast 2300 Meter und ist zum größten Teil vergletschert.

Jan Mayen Passage

Eine weitere Besonderheit unserer Reise ist die Mitternachtssonne, welche wir jetzt Ende Juni erleben können. Es wird nördlich des Polarkreises nicht mehr Nacht, das heißt die Sonne ist auch auf ihrem tiefsten Stand noch über dem Horizont zu sehen, wenn es nicht trübe oder bewölkt ist. Was hier aber recht oft vorkommt, jedenfalls wird es nicht wirklich dunkel.

Der nächste Tag – unser vierter Seetag. Wir freuen uns auf Spitzbergen!

Spitzbergen/Svalbard

Endlich am frühen Morgen ist Svalbard (kühle Küste) – so nennen die Norweger Spitzbergen – in Sicht. Die Außentemperatur beträgt 1 Grad Celsius. Immerhin. Wir sind dem Nordpol schon sehr nah gekommen, was sind da noch reichlich 1000 Kilometer!? Auf Spitzbergen fühlen sich rund 5000 Eisbären recht wohl. Im Gegensatz dazu leben gerade mal knapp 2700 Menschen auf dieser Inselgruppe. Spitzbergen ist eigentlich Niemandsland, steht jedoch unter der Verwaltung Norwegens. Recht, Ordnung und Sicherheit werden vom Sysselmannen vor Ort gewährleistet. Auch ganz interessant: Auf Spitzbergen darf man normal nicht geboren werden und man darf hier eigentlich auch nicht sterben!

Hurtigruten Expeditionsschiff FRAM in Longyearbyen/Spitzbergen

In Longyearbyen drängelt sich AIDAluna an die Pier. Diese ist noch vom Hurtigruten Expeditionsschiff FRAM besetzt.

Longyearbyen/Spitzbergen

Am Vormittag gehen wir erst mal Longyearbyen auf eigene Faust erkunden. Als Stadt würde ich die größere Siedlung fast nicht bezeichnen, obwohl es eine Universität, ein Krankenhaus und das meiste was man so braucht gibt. Ich persönlich bin auf der Suche nach dem einzigartigen Verkehrsschild…

Vorsicht Eisbär! Ab hier nur mit Gewehr!

Denn wenn man den Ort verlassen möchte ist eine autorisierte, bewaffnete Begleitung zwingend erforderlich!

Am Mittag haben wir eine Hundeschlittenfahrt im Sommer gebucht. Das bedeutet die Hunde werden vor einen Wagen gespannt. Aber der Reihe nach. Wir werden mit einem Kleinbus vom Schiff abgeholt. Wenn möglich Kleidung auswählen welche schön warm und wetterfest ist und man sollte sich bewußt sein, das man auch etwas schmutzig werden kann. Wir krabbeln in den Kleinbus, es riecht schon nach Staub und nassem Hund. Die rasante Fahrt führt uns auf der nur mit Schotter befestigten Hauptstrasse zur Husky Station etwas außerhalb von Longyearbyen. Hier erwarten uns schon die Hunde. In einer Hütte bekommen wir Overalls. Das tragen dieser Kleidung ist definitiv von Vorteil, denn es wird doch ziemlich staubig und mit der Zeit auch kalt. Es folgt eine umfangreiche Einweisung zum Umgang mit dem Wagen, einschließlich zur Durchführung der gesamten Fahrt. Alles in englischer Sprache. Dann werden Besatzungen gebildet. Wir sind zu dritt, was perfekt ist. Einer ist für den Wagen verantwortlich, übrigens ganz schön anstrengend, einer darf gern nur mitfahren und genießen, und der dritte hilft beim anspannen der Hunde und ist unterwegs verantwortlich bei den relativ vielen kurzen Stopps die Hunde mit Trinkwasser zu versorgen.

 

Jetzt geht es endlich los. Die Hunde haben jede Menge Energie und es ist nicht ganz einfach die Tiere mit dem Wagen harmonisch in Einklang zu bringen. Letztendlich ist jedes Gespann auf sich allein angewiesen. Wir fahren in einer kleinen Gruppe mit vier Gespannen, ein Scout begleitet uns mit Hilfe, Erfahrung und dem Gewehr. Nach kurzer Zeit macht es dann tatsächlich richtig Spaß mit unserem Gefährt unterwegs zu sein. Das Fahrvergnügen dauerte bei uns so ca. 40 Minuten. Die meiste Zeit nehmen Vor- und Nachbereitung in Anspruch. Uns hat es sehr gut gefallen!

Zu viel Zeit bleibt uns auch nicht, denn bereits 16.00 Uhr verlässt AIDAluna Longyearbyen/Spitzbergen in Richtung Nordkap. Noch ca. zwei Stunden können wir die einzigartige Svalbard Landschaft vom Schiff aus genießen. Schneebedeckte Berge und Gletscherzungen, welche sich bis zum Meer erstrecken kann man mit gutem Auge oder einigen Hilfsmitteln recht gut sehen. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt einmal hier gewesen zu sein.

Spitzbergen/Svalbard

Wir freuen uns auf das Nordkap!

P.S. Sollten Sie Ihre Reisen sowieso im Internet buchen, dann dürfen Sie sehr gern die Links auf meiner Seite nutzen. Fragen beantworte ich gern. Herzlichen Dank.

 

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 2

Liebe(r) Leser(in),

nach einem erholsamen Seetag manövriert sich nun unsere AIDAluna durch das Seegebiet der Orkney Inseln. Kurs Kirkwall. Am frühen Morgen überholen wir schon mal unser Schwesternschiff AIDAvita. Die Vita wird auch an diesem Tag Kirkwall ansteuern, allerdings läßt sie uns den Liegeplatz am Kai. Die Gäste von AIDAvita werden tendern, was auch ein schönes Erlebnis ist – meine persönliche Meinung.

AIDAvita vor Kirkwall/Orkney Inseln

Kirkwall ist der größte Ort im Gebiet der Orkney Inseln. Der Ort präsentiert sich als kleine Stadt. Absolut sehenswert ist die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und die mittelalterlichen Palastruinen. Ansonsten findet man auf den Orkneys diverse Steinkreise und Hügelgräber aus der Jungsteinzeit. Viele weitere Jahrtausende alte Anlagen gehören zum UNESCO Weltkulturerbe Heart of Neolithic Orkney.

Kathedrale in Kirkwall

Wir haben uns Kirkwall auf eigene Faust angesehen, was kein Problem ist.  Die Stadt hat für die Passagiere der AIDAluna  kostenlose Shuttlebusse bereitgestellt. Die Gäste der AIDAvita wurden mit den Tenderbooten = Rettungsboote direkt zum Anleger des Ortes gebracht. Insgesamt war Kirkwall eine erste nette Destination auf unserem Weg nach Island. Bereits um 15.30 Uhr hieß es wieder einmal ALLE MANN AN BORD!

Auf Wiedersehen, Kirkwall.

Pünktlich um 16.00 Uhr verlassen wir mit AIDAluna Kirkwall, grüßen ein letztes Mal unser Schwesternschiff AIDAvita und nehmen Kurs auf Reykjavik. 747 Seemeilen, das entspricht 1383 Kilometern – trennen uns noch von Island. Diese Distanz macht einen weiteren Seetag nötig.

Ich persönlich mag ja Seetage ganz gern. Endlich etwas Zeit für sich. An Bord gibt es zu jeder Zeit etwas zu erleben. Vorträge, Unterhaltungsshows, Workshops, Wellness, Fitness, Sport, Spiel, Spaß…. Ach ja, fast hätte ich vergessen es zu erwähnen: Sie können ja fast rund um die Uhr ESSEN! Ja und da möchte man ja keine Leckerei auslassen, deshalb auf jeden Fall die Sportsachen zu Hause nicht vergessen! Und vielleicht noch ein Tipp um nicht zu viele zusätzliche Speckröllchen an zusetzten: Meiden Sie die Aufzüge und bewältigen Sie alle Treppenstufen aus eigener Kraft. Das hilft sehr!

Der nächste Teil unser Reise folgt in Kürze – Island wir kommen!

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen und Norwegen erleben Teil 1

Mit AIDAluna Island, Spitzbergen Und Norwegen Erleben Teil 3

P.S. Sollten Sie Ihre Reisen sowieso im Internet buchen, dann dürfen Sie sehr gern die Links auf meiner Seite nutzen. Fragen beantworte ich gern. Herzlichen Dank.

Marek Decker